Hochkarätiges Morgenstern Trio begeistert mit fulminanter Darbietung

26.06.2012 von Corinna Bertz in Studium und Lehre, Campus
Einen glanzvollen musikalischen Höhepunkt markierte die herausragende Leistung des Morgenstern Trios in der Reihe der Aula Konzerte Halle: Chaterine Klipfel (Klavier), Stefan Hempel (Violine) und Emanuel Wehse (Violoncello) überzeugten am 20. Juni 2012 ihre Zuhörer mit Kompositionen von Claude Debussy, Bedřich Smetana und Leonard Bernstein.
Das Morgenstern Trio bot eine Glanzleistung.
Das Morgenstern Trio bot eine Glanzleistung. (Foto: Maike Glöckner)

Eine fulminante Darbietung gelang dem Trio mit ideenreichen Jugendwerken von Debussy und Bernstein, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Zuerst erklang das Trio in G-Dur von Claude Debussy (1862–1918). Entstanden im September des Jahres 1880, erlebte es seine Uraufführung erst 1985 und stellt Debussys erstes bekanntes Instrumentalwerk überhaupt dar. Dieses frühe Trio verrät den starken Bezug zu seinen musikalischen Vorbildern: die melodische Leichtigkeit eines Jules Massenet und die so farbenreiche Harmonik Robert Schumanns. Den Musikern gelang es mit ausgesprochenem Verve und sattem Wohlklang die facettenreiche Klangstruktur Debussys auszuloten.

Leonard Bernsteins (1918–1990) viel zu selten aufgeführtes Trio für Violine, Cello und Klavier entstand 1937 während seiner Studienzeit an der Harvard University. Eine Vielzahl verschiedener stilistischer Gestaltungselemente prägen die Struktur dieses Werkes. Tonal freie Melodiebausteine und lyrische Momente sind gepaart mit Anklängen amerikanischer Folklore. Einige der melodischen Einfälle übernahm Bernstein in spätere Werke, so zum Beispiel die Motive zu Beginn der ersten beiden Sätze für sein Musical On the Town. Das Morgenstern Trio entfachte mit seiner unbändigen Spielfreude und dieser jugendlich-frischen Musik helle Begeisterung.

Das im zweiten Teil des Konzerts dargebotene Trio g-Moll op. 15 von Bedřich Smetana (1824-1884) lieferte einen deutlichen Kontrast zu den vorangegangenen Werken. Vermutlich komponierte Smetana das Werk kurz nach dem Tod seiner musikalisch hochbegabten Tochter Bedřiška im Jahr 1855. Die düstere Grundtonart lässt vor dem biographischen Hintergrund bereits einiges vom Schmerz über den Verlust in dieser überaus leidenschaftlichen Musik erahnen. Noch einmal wurde alles virtuose Können der drei Solisten aufgeboten, ebenso tiefgründig war die Auseinandersetzung mit Smetanas anspruchsvoller Partitur. Ausdifferenzierte gestalterische Finessen bescherten ein hochkarätiges musikalisches Erlebnis.

Für den warmherzigen Beifall des Publikums bedankten sich die Musiker mit Pantoum (Assez vif) aus dem Trio a-Moll von Maurice Ravel und dem 3. Satz (Andante grazioso) aus dem Trio Nr. 3 c-Moll op. 101 von Johannes Brahms.

Rezension: Tony Kliche

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