„Hallo, bist du der Rektor?“ – Roboter Nao zu Besuch

16.05.2017 von Tom Leonhardt in Varia, Forschung, Wissenschaft
Sie ist kaum 60 Zentimeter groß, zieht aber trotzdem alle Blicke auf sich. Die Rede ist von der Roboterdame Nao, die heute das Rektorat der Uni Halle besucht hat. Der kleine Android dient dem Informatiker Prof. Dr. Wolf Zimmermann, Prorektor für Studium und Lehre, nicht nur als Anschauungsobjekt für seine Vorlesungen. Nao ist gleichzeitig auch Gegenstand neuer Forschungsarbeiten.
Nao lässt sich von Rektor Udo Sträter den Kopf streicheln.
Nao lässt sich von Rektor Udo Sträter den Kopf streicheln. (Foto: Maike Glöckner)

Mit leuchtenden Augen blickt der kleine Roboter Nao hoch zu Rektor Prof. Dr. Udo Sträter: „Hallo, bist du der Rektor?“, fragt sie ganz ungeniert. „Ja“, antwortet Sträter, sichtlich amüsiert von dem kleinen Geschöpf. Der Roboter von Prorektor Prof. Dr. Wolf Zimmermann  begrüßt Sträter und will ihm sagen, was sie schon alles kann. Soll heißen: Was ihr vorher von Wolf Zimmermanns wissenschaftlichem Mitarbeiter Christian Berg und dem weiteren Lehrstuhlteam einprogrammiert wurde.

Christian Berg führt denRoboter an der Hand über den Uniplatz.
Christian Berg führt denRoboter an der Hand über den Uniplatz.
(Foto: Maike Glöckner)

Und das ist eine ganze Menge: Die Roboterdame kann nicht nur den Rektor begrüßen, sondern auch an der Hand laufen, sich hinsetzen und wieder aufstehen – sogar Tai-Chi vollführt sie bei ihrer Präsentation im historischen Senatssaal. Jede Bewegung, jeder Dialogteil muss bis ins Detail von der Arbeitsgruppe im Vorfeld erdacht und programmiert werden. Improvisieren kann der Roboter nämlich nicht.

Die Technik, die in Nao verbaut ist, kann sich sehen lassen: Die kleine Roboterdame kann eigenständig laufen und mit ihren Händen Gegenstände ertasten und fassen. Moderne Kamera- und Mikrofontechnik ermöglichen ihr es, zu sehen und zu hören. Über eingebaute Boxen kann sie auch sprechen – und natürlich verfügt der Roboter auch über einen WLAN-Empfänger, über den er sich bedienen lässt.

Rund 7.000 Euro hat die Anschaffung von Nao gekostet. Geld, das gut investiert ist, wie Wolf Zimmermann findet: „Diese Modelle nehmen auch am Robocup teil, der Fußball-Weltmeisterschaft für Roboter.“ Doch nicht die Liebe zum Fußball ist es, was den Professor für Software-Engineering und Programmiersprachen interessiert. Sondern: Alle Handlungen, Bewegungen und auch die Reaktionen von Nao lassen sich steuern und programmieren.

Der Roboter lässt sich komplett programmieren und steuern.
Der Roboter lässt sich komplett programmieren und steuern.
(Foto: Maike Glöckner)

Weltweit gebe es einige Programme für den neuen Roboter. Allerdings seien die meisten Programme so gestaltet, dass sie nur für einen speziellen Anwendungsfall dienen. „Hier ist die Softwaretechnik noch ausbaufähig“, sagt Zimmermann und denkt an allgemeinere Methoden und Algorithmen, mit denen sich Nao oder andere Roboter in vielen verschiedenen Situationen anwenden lassen.

Aktuell betreut Zimmermann drei Bachelorarbeiten, in denen verschiedene Programme für Nao entwickelt werden. Das verdeutliche, so Zimmermann, das wissenschaftliche Potential, das in dem kleinen Roboter steckt.

Nao beim Tai-Chi:

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