Hallesches Wirtschaftsgespräch: Jean-Claude Juncker zu Besuch an der Uni

02.07.2013 von Manuela Bank-Zillmann in Varia
Gast des 38. Halleschen Wirtschaftsgesprächs, das am Montagabend im Festsaal der Nationalen Akademie der Wissenschaften stattfand, war Dr. Jean-Claude Juncker, Premierminister des Großherzogtums Luxemburg und ehemaliger Vorsitzender der Euro-Gruppe. Er sprach vor dicht gefüllten Rängen zum Thema „Europa in der Welt von Morgen“. Zuvor hatte Juncker die Universität besucht und sich in das Goldene Buch eingetragen - mit einem gezeichneten Herz.
Jean-Claude Juncker trägt sich in das Goldene Buch ein.
Jean-Claude Juncker trägt sich in das Goldene Buch ein. (Foto: Maike Göckner)

Der Premierminister des Großherzogtums Luxemburg war gut gelaunt und sehr positiv auf Halle eingestimmt. Er sei zwar noch nie in der Stadt gewesen, wisse aber so ziemlich alles – von Hans-Dietrich Genscher. Denn egal, wo man Genscher auf der Welt auch treffe, er erzähle immer über die Halle, stellte Juncker fest. Rektor Dr. Udo Sträter musste den hohen Gast dann auch nicht weiter von den Vorteilen der Universität überzeugen. Dieser verewigte sich im Goldenen Buch mit einem gezeichneten Herzen. Beeindruckt zeigte sich Juncker im Anschluss auch von den Schätzen der Universität, die ihm Kustos Ralf-Torsten Speler präsentierte.

Junckers Vortrag im Rahmen des Wirtschaftsgesprächs war ebenso launig. Völlig ohne Redemanuskript berichtete er aus seinem Erfahrungen mit Europa, der Währungsunion und von seinen Grundüberzeugungen als Europäer: „Ich bin immer froh, wenn ich zu einem Thema sprechen kann, zu dem ich auch etwas zu sagen habe.“ Junckers Ausführungen gerieten denn auch zu einem Plädoyer für den Euro und den gemeinsamen Wirtschaftsraum, den Europa auch weiterhin brauche. Oft, so sagte er, seien die Europäer selbst nicht so recht begeistert von der EU. Aber das sei ein Blick von innen. „Aus der Distanz, aus der Sicht von Afrika und Asien etwa, wird Europa aber immer schöner. Wir denken nämlich, es sei selbstverständlich, dass Frieden herrsche.“ Zudem gebe es keinen Staat in Europa, der alleine stark genug sei in der Weltengemeinschaft Gehör zu finden. Dafür seien alle zu klein: „Es gibt keine großen europäischen Länder, es gibt nur Länder, die über das Megafon der EU sprechen können“, bilanzierte er.

Die Halleschen Wirtschaftsgespräche bieten seit 1994 eine Plattform zum Austausch zu aktuellen Themen und Ideen zur wirtschaftlichen Entwicklung aus erster Hand. Veranstalter ist das Institut für Unternehmensforschung und Unternehmensführung an der MLU. Zusammen mit der Juristischen und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät lädt es seit 1994 regelmäßig renommierte Referenten an die Universität ein. Zu Gast war zuletzt die Ministerpräsidentin des Freistaates Thüringen Christine Lieberknecht. Text: Manuela Bank

Weitere Informationen: http://ifu.wiwi.uni-halle.de/wirtschaftsgespraeche/

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