Einblicke in die Alltagswelt des Mittelalters

11.10.2016 von Katharina Ziegler in Personalia, Neuberufen
Wie wohnten die Menschen im Mittelalter? Woran glaubten sie? Welches Handwerk war typisch? Darüber geben nicht nur schriftliche Quellen Auskunft, auch die Archäologie kann solche Fragen beantworten. Zum 1. Oktober 2016 ist Dr. Tobias Gärtner als Professor für Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit an die Universität Halle berufen worden.
Prof. Dr. Tobias Gärtner
Prof. Dr. Tobias Gärtner
(Foto: Maike Glöckner)

Innerhalb seines Forschungsgebiets gilt Gärtners besonderes Interesse der Siedlungsarchäologie, der Sachkulturforschung und der Sepulkralkultur: „Ich erhalte Einblicke in die Alltagswelt des Mittelalters und der Neuzeit, die nur die Archäologie mit den im Bodenarchiv erhaltenen Überresten gewähren kann. Vor allem interessieren mich Siedlungsprozesse, etwa die Stadtwerdung im Mittelalter oder der Ausbau und die Entwicklung der Kulturlandschaft sowie die Entwicklung von Wohnkultur, Handwerk und Glaubensvorstellungen.“

Bereits im Sommersemester 2016 war der Archäologe als Vertretungsprofessor an der Universität Halle tätig. Hier schätzt er vor allem die guten Vernetzungsmöglichkeiten seines Fachgebiets zu den Nachbardisziplinen Kunstgeschichte und Geschichte: „So bietet sich eine hervorragende Basis zum Studium und zur Erforschung des Mittelalters auf interdisziplinärer Grundlage.“ Ein Schwerpunkt seiner zukünftigen Forschungen wird die Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit in Sachsen-Anhalt und im weiteren nord- und mitteldeutschen Raum sein.

Gärtner promovierte im Jahr 2002 an der Universität Göttingen zum Thema „Die Wüstung Edingerode. Archäologische Untersuchungen auf dem Expogelände in Hannover“. Bis zu seinem Ruf nach Halle war er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Regensburg, wo er sich über „Quedlinburg im frühen und hohen Mittelalter“ habilitierte. Gärtner ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Kontakt:
Prof. Dr. Tobias Gärtner
Institut für Kunstgechichte und Archäologien Europas
Tel.: +49 345 55-24049
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