Deutschlandstipendium: In der Medienbranche stimmt die Chemie

16.07.2015 von Corinna Bertz in Studium und Lehre, Campus
Bei MDR Sputnik kümmert er sich um die Nachwuchsförderung, an der Universität Halle unterstützt Gerald Perschke eine Studentin mit einem Deutschlandstipendium. Der Jounalist gehört seit Oktober 2014 zu den wenigen privaten Stipendiengebern der Uni. Seitdem ist er oft mit seiner Stipendiatin Maria Göckeritz anzutreffen. Dabei fachsimpeln die beiden nicht nur über Berufliches. "Die Chemie zwischen ihnen stimmt", sagt Perschkes Frau Dagmar.
Stifter Gerald Perschke und seine Deutschlandstipendiatin Maria Göckeritz
Stifter Gerald Perschke und seine Deutschlandstipendiatin Maria Göckeritz (Foto: Corinna Bertz)

"Vor dem ersten Treffen war ich schon ein wenig nervös", gibt Maria Göckeritz zu. Als sie ihren Stipendiengeber traf, fanden sie sofort eingemeinsames Thema: "Wir kommen beide aus der Uckermark. Mein Bruder wohnt nur zwei Dörfer entfernt von Marias Heimatort", erzählt Gerald Perschke, der beim MDR Praktikanten und Volontäre betreut und schnell den richtigen Draht zu seiner Stipendiatin fand."Ich bin den ganzen Tag über von jungen Menschen umgeben und Maria ist im selben Alter wie viele meiner Kollegen", sagt der 52-Jährige.

Zehn Monate nach dem ersten Treffen ist den beiden der Gesprächsstoff noch immer nicht ausgegangen. "Wir reden oft über die Entwicklungen in der Medienbranche und über meine aktuellen Projekte, aber auch über andere private Vorhaben", erzählt die Studentin des Masters Multimedia und Autorschaft. "Ich lerne zum Beispiel Arabisch und habe über Bekannte von Gerald eine Sprachpartnerin gefunden."- Ein Flüchtlingsmädchen, dem Göckeritz im Gegenzug für die Arabisch-Hilfe beim Deutschlernen hilft.

"Mir ist es wichtig zu wissen, was Maria macht", sagt Perschke. Eines ihrer Projekte hat der Chef vom Dienst bei MDR Sputnik sogar zum Thema eines Radioberichts gemacht: Gemeinsam mit iher Kommilitonin Evi Lemberger hat die 28-Jährige ein Jerusalem einen Film über Irene Eber gedreht, die als Kind ihre Heimatstadt Halle verlassen musste, und von den Nationalsozialisten deportiert wurde. "Das Projekt wurde zwar vom Land gefördert, aber vor allem zu Beginn hatten wir viele Ausgaben, die dank des Stipendiums noch eher verkraftbar waren als ohne", erzählt Göckeritz.

Insgesamt 300 Euro gehen seit Oktober 2014 zwei Semester lang monatlich auf ihrem Konto ein. Die eine Hälfte zahlt Gerald Perschke, die andere schießt der Bund zu. Für Perschke war die Beteiligung des Bundes ein weiteres Argument dafür, sich zu engagieren: "Es wäre schade um jedes Stipendium, das verfällt", sagt er. Vor sechs Jahren, als die ersten Deutschlandstipendien vergeben wurden, hatte er das erste Mal von dem Förderprogramm gehört. "Den Gedanken, das zu machen, habe ich dann eine Weile mit mir herum getragen.Ich habe zwar in Potsdam studiert, aber da ich seit 20 Jahren in Halle lebe, stand für mich fest, dass es ein Stipendium an der Uni Halle werden soll."

2014 machte er Nägel mit Köpfen und rief bei Yvonne Hellwig an. Sie koordiniert die Stipendienvergabe an der Martin-Luther-Universtät und nahm Perschke dankend in die Reihe der Stipendiengeber auf. Der wiederum freute sich über den unbürokratischen Ablauf: "Das ist das Schöne daran: Es ist wirklich sehr einfach ein Stipendium zu stiften."

Perschke und Göckeritz sind oft gemeinsam anzutreffen: Im Funkhaus des MDR in Halle zum Beispiel, bei Ausstellungen oder auf Veranstaltungen des Deutschen Journalistenverbands Sachsen-Anhalt, dessen stellvertretender Vorsitzender Gerald Perschke ist, sowie bei den Veranstaltungen, die von der Universität für Stifter und Stipendiaten ausgerichtet werden. Häufig drehen sich die Gespräche um die konkrete Projekte der Studentin, die gerade an ihrer Masterarbeit sitzt. Sie will eine multimediale Plattform für Sagen aus Halle schaffen. Gerald Perschke wird zu den ersten kritischen Lesern der Abschlussarbeit gehören. Corinna Bertz

Alles zum Deutschlandstipendium an der Universität Halle: www.uni-halle.de/deutschland-stipendium

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