Biopharmazeutin erforscht Möglichkeiten der Nanomedizin

19.05.2016 von Corinna Bertz in Neuberufen, Personalia
Wie können Nanopartikel dabei helfen, Tumoren rechtzeitig zu erkennen, zu identifizieren und zu bekämpfen? Das erforscht Prof. Dr. Lea Ann Dailey, die zum 1. April 2016 als Professorin für Biopharmazie an die Universität Halle berufen worden ist. Die US-Amerikanerin tritt damit die Nachfolge von Prof. Dr. Reinhard Neubert am Institut für Pharmazie an.
Prof. Dr. Lea Ann Dailey
Prof. Dr. Lea Ann Dailey
(Foto: Maike Glöckner)

Seit 1. April 2016 ist Lea Ann Dailey als Professorin für Biopharmazie an der Universität Halle. Es ist nicht der erste Aufenthalt der US-Amerikanerin in Deutschland: Die gebürtige Kalifornierin hatte zunächst Pharmazie an der Philipps-Universität in Marburg studiert, bevor sie dort 2003 mit einer Arbeit über „Polymer-basierte nanopartikuläre Arzneistoffträgersysteme für Applikationen in Inhalationstherapien“ auch promoviert wurde.

Die 41-Jährige erforscht, wie Nanopartikel in der Medizin eingesetzt werden können, um bessere Diagnosen und Therapien zu ermöglichen. Beispielsweise werden aus neuen Polymeren Nanopartikel entwickelt, die in bildgebenden Diagnoseverfahren eingesetzt werden können, um Tumoren frühzeitig und präzise zu erkennen, zu identifizieren und zu bekämpfen. Noch ist ungeklärt, wie verträglich die neuen Polymere für den Menschen sind und gerade diese Frage steht im Mittelpunkt von Daileys Forschung.

Damit sie die zugrundeliegenden komplexen Wechselwirkungen zwischen Mensch, Medizin und Technik untersuchen kann, muss sich die Biopharmazeutin in vielen Disziplinen sehr gut auskennen: in der physikalischen Chemie, der Verfahrenstechnik und der Toxikologie ebenso wie in der Pharmazie und Medizin. „Langweilig wird es nie und man lernt immer etwas dazu“, sagt sie über den interdisziplinären Aspekt ihrer Forschung.

Nach dem Studium und der Promotion in Marburg forschte sie zunächst als Postdoktorandin bei einem kalifornischen Biotech-Unternehmen, welches erstmals Insulin entwickeln konnte, das über die Atemwege eingenommen wird. Vor ihrem Wechsel nach Halle war Lea Ann Dailey zuletzt elf Jahre als Lecturer am Institute of Pharmaceutical Science des King’s College in London tätig und wurde dort 2011 für ihre Lehrtätigkeit als „Most Innovative Teacher“ geehrt.

Für einen Wechsel an die Universität Halle sprachen sowohl fachliche als auch persönliche Gründe: "Ich kannte bereits viele Kollegen in der Fakultät und wusste, dass meine Forschung sehr gut zu den Schwerpunkten an der Uni passen würde. Außerdem wollte ich schon seit einigen Jahren sehr gerne zurück nach Deutschland ziehen. Für mich ist es wie eine Art Heimkehr und für meinen Mann, der aus Großbritannien stammt, ist es ein neues Abenteuer.“ Privat ist der Neu-Hallenserin bislang vor allem die Kunstszene der Stadt aufgefallen: „Ich interessiere mich sehr für zeitgenössische bildende Kunst und habe entdeckt, dass es in Halle eine rege Kunstszene gibt. Ich freue mich bereits auf die verschiedenen Ausstellungen, die wir besuchen werden.“

Pläne für ihre Arbeit am Institut hat die neuberufene Professorin ebenfalls. Sie möchte insbesondere den Nachwuchs fördern: „Für mich bedeutet diese Aufgabe nicht nur einen wertvollen Beitrag für die Martin-Luther-Universität – sie ist auch für die Zukunft unserer Gesellschaft sehr wichtig.“ Maria-Luise Kunze

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