Auslandsseminar: Zwanzig deutsch-slowakische Tage

04.10.2013 von Corinna Bertz in Studium und Lehre, Campus
Drei Wochen waren 26 deutsche und slowakische Studierende im September gemeinsam in Halle und Bratislava unterwegs. Sie haben an einem länderübegreifenden Seminar teilgenommen - zur Hälfte der Zeit in Bratislava und zur Hälfte in Halle: Zeit genug, einander und das Land besser kennenzulernen.
Die Teilnehmer des Auslandseminars Halle-Bratislava 2013
Die Teilnehmer des Auslandseminars Halle-Bratislava 2013

Die Ziele des Seminars sind vielfältig: „Die wirtschaftliche Situation in den beiden Ländern steht an erster Stelle, insbesondere da beide Staaten EU-Mitglied sind und zusätzlich den Euro als Währung haben“, so Organisator und Betreuer PD Dr. Axel Stolze. „Danach geht es darum, Einblicke in die Kultur zu bekommen und auf persönlicher Ebene weitere Kontakte zu knüpfen.“ Er selbst betreut das Seminar, das in dieser Form seit den 1950er Jahren existiert, schon über 40 Jahre. Allein seit der Wende hat Axel Stolze 17 Seminare betreut. Er schätzt, dass insgesamt über 1500 Studierende aus beiden Ländern an dem Austausch teilgenommen haben.

Um die wirtschaftliche Lage des jeweiligen Landes besser zu verstehen, besuchten die Studenten in Bratislava das Volkswagenwerk, die Meggle-Tochter Rajo und den slowakischen Rundfunk. In Deutschland ging es zum BMW-Werk nach Leipzig, zum Gabelstaplerhersteller Still in Hamburg und zu den in Halle produzierenden Unternehmen KSB, Kathi und zur Mitteldeutschen Zeitung. Die Studierenden waren auch Gast in den Botschaften beider Staaten und referierten über die wirtschaftliche und kulturelle Situation ihres Landes. Trotz des vollen Programms kamen die abendlichen Exkursionen in die Bar- und Clubszene Halles und Bratislavas nicht zu kurz.

Finanziert wird das Seminar zu einem großen Teil durch den Deutschen Akademischen Austauschdienst, die Universität Halle, den Fachschaftsrat des wirtschaftswissenschaftlichen Bereiches und einem Eigenanteil der deutschen Studenten. Ohne diese Finanzhilfen wäre das Seminar nicht durchführbar. „Die Unterstützung der Universität Halle ist existenziell“, unterstreicht Stolze die Rolle der Universität.

Gerade in Zeiten der EU-Krise und geplanter Kürzungen im Hochschulbereich sei die Durchführung eines Seminar mit europäischer Ausrichtung wichtig und notwendig. Das sehen die Studierenden genauso: „Das Seminar ist absolut empfehlenswert und ich würde sofort wieder teilnehmen“, meint ein Teilnehmer. Das jedoch geht leider nicht! „Es ist nur die einmalige Teilnahme möglich, da das Auslandsseminar Halle – Bratislava jedes Jahr von den Studenten überrannt wird“, so Stolze. Gerrit Appeldorn

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