Auf Tuchfühlung mit Oxford

04.02.2015 von Manuela Bank-Zillmann in Studium und Lehre, Varia, Campus
Oxford und Halle werden noch nicht allzu häufig in einem Atemzug genannt. In diesem Jahr wird sich das ändern: Schon der zweite Spitzenforscher aus England wird am 9. Februar im Rahmen einer neuen Vorlesungsreihe der Medizinischen Fakultät in Halle zu Gast sein. Die Kooperation soll bald auch Studierenden einen Laboraufenthalt in Oxford ermöglichen.

„Die Idee ist, Wissenschaftler aus Oxford und Halle miteinander ins Gespräch zu bringen“, erklärt Prof. Dr. Stephan Feller, Mitinitiator der Reihe mit dem Titel International Lectures Series – Disease Biology and Molecular Medicine. „Die Briten sind neugierig. In Oxford ist Halle den meisten, mit Ausnahme einzelner sehr starker Forschungsbereiche, kein Begriff. Dabei gibt es hier eine traditionsreiche Universität, die Leopoldina und vieles mehr.“ Der Tumorbiologe ist gespannt, wie das Angebot von Universität und Stadt angenommen wird. „Meine Hoffnung ist, dass wir gemeinsame Anknüpfungspunkte für Projekte finden, durch die unsere Zusammenarbeit langfristig wachsen kann.“

Feller hat einen direkten Draht zur ältesten Uni Großbritanniens. Zwölf Jahre lang lehrte und forschte der Deutsche in Oxford, bevor er 2013 an den Weinberg-Campus kam. In Halle, wo sein Vater einst Medizin studierte, wird er im neu entstehenden Proteinzentrum den Forschungsschwerpunkt „Molekulare Medizin und Signaltransduktion“ mit aufbauen.

Stephan Feller will den wissenschaftlichen Austausch persönlich und unbürokratisch gestalten. Er hofft auf intensive Diskussionen in lockerer Atmosphäre und hat sich dazu von seiner Zeit in Oxford inspirieren lassen: Zum Speakers‘ Dinner mit den Referenten sind interessierte, leistungsstarke Studenten und Postdoktoranden ebenso eingeladen wie Hochschullehrer. Auch interessierte Fachleute aus der Region können die Gäste direkt zum Gespräch treffen.

Die Kooperation mit Oxford soll auch über die Vorlesungsreihe hinausgehen: Gemeinsame Forschungsprojekte oder gemeinsam betreute Doktorarbeiten seien denkbar. Noch in diesem Jahr soll ein Student oder Promovend in der Biomedizin die Chance erhalten, drei bis sechs Monate in einem Labor an der University of Oxford Erfahrung sammeln zu können. Vom Interesse der Gegenseite ist Feller überzeugt: „Gemeinsame Forschungsprojekte wären für beide Seiten ein Gewinn, auch in England ist man durchaus an gemeinsamen Finanzierungen interessiert. Außerdem haben die deutsche Forschung und Absolventen aus Deutschland im englischsprachigen Ausland einen guten Ruf.“ Corinna Bertz

Information zur Veranstaltung:

Dr. Stefan Knapps Vortrag findet am 9. Februar um 19 Uhr im Stadthaus (Großer Festsaal), Marktplatz 2, 06108 Halle (Saale) in englischer Sprache statt. Titel: "Selective targeting of epigenetic reader domains of the bromodomain family"

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