Amtsantritt in schwierigen Zeiten: Michael Bron ist neuer Prorektor

13.10.2014 von Corinna Bertz in Im Fokus, Personalia
Das Display des schwarzen Smartphones ist zersplittert, Klebestreifen halten es zusammen. „Noch funktioniert es tadellos, aber ich werde mir wohl doch bald ein neues zulegen müssen“, so Prof. Dr. Michael Bron. Mit einer Portion Pragmatismus und einem gesunden Maß an Respekt trat der gebürtige Wilhelmshavener im September sein Amt als Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs an der Universität Halle an. „In der Zeit der Spardebatte ist diese neue Aufgabe eine große Herausforderung, aber auch die Chance, etwas zu gestalten.“
„Wann, wenn nicht jetzt.“ Michael Bron ist Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs
„Wann, wenn nicht jetzt.“ Michael Bron ist Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs (Foto: Markus Scholz)

Michael Bron ist seit 2010 Professor für Technische Chemie an der MLU. Der 46-Jährige ist Spezialist für Materialien und Prozesse für regenerative Energien. Als Leiter der Arbeitsgruppe „Erneuerbare Energien“ arbeitet er vor allem anwendungsbezogen, kennt die Verbundforschung und den Transfer von Wissenschaft in die Wirtschaft. Diese Erfahrungen werden ihm bei seinen neuen Aufgaben als Prorektor helfen, ist er überzeugt. Neben den Fachgebieten Forschung und wissenschaftlicher Nachwuchs wird er nach und nach den Bereich Transfer übernehmen. „Als Post-Doc am Hahn-Meitner-Institut Berlin war ich eine Zeit lang Transferbeauftragter der Abteilung Solare Energetik. Ich weiß, wo die Knackpunkte sind und worauf es ankommt.“ Ob Forschungsschwerpunkt oder hervorragende Einzelinitiativen, Michael Bron will die Leistungen der MLU weiter in der nationalen und internationalen Forschungslandschaft verankern.

„Im Fokus stehen die vier Forschungsschwerpunkte der MLU – jedoch mit Augenmaß. Wir haben auch forschungsstarke Bereiche außerhalb der Schwerpunkte, die wir ebenso wie die sogenannten kleinen Fächer nicht vergessen dürfen. An vielen Punkten haben wir Standards erreicht, die sehr gut sind, aber an denen man nicht stehen bleiben darf“, so Bron. „Wir müssen die etablierten Instrumente stetig weiterentwickeln.“ Auch die Bedeutung und Qualität der Universität für die Region und darüber hinaus müsse deutlich herausgestellt werden: „Als Universität müssen wir die Kommunikation mit der Öffentlichkeit suchen und unseren gesellschaftlichen Auftrag fortschrittlich denken.“ Dafür muss er die Zügel in seiner Arbeitsgruppe locker lassen, seine eigene Forschung in den Hintergrund rücken. Ein Grund, der ihn hat zögern lassen – aber nur kurz: „Wann soll ich mich dieser Aufgabe stellen, wenn nicht jetzt.“ Sarah Huke

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